Neues aus dem DIVEdigital-Kosmos

By Laura Kühne-Hellmessen
On August 13, 2025

Liebe Partner und Freunde von Divedigital,

in diesen Tagen fällt es uns schwer, einen rein positiven Newsletter an unsere Divedigital-Gemeinschaft zu verfassen. Die Lage in Israel, dem Land, mit dem wir nicht nur geschäftlich, sondern auch auf tief freundschaftlicher und emotionaler Ebene verbunden sind, lässt sich kaum in Worte fassen. Schweigen ist jedoch keine Option, denn viele Freunde und Geschäftspartner fragen zurecht nach der zukünftigen Entwicklung.

Der jüngste Schock war der Beginn einer groß angelegten Militäroffensive in Gaza. Wie weit sie tatsächlich gehen wird und worauf sie hinausläuft, ist noch unklar. Die katastrophale Versorgungslage in Gaza schmerzt uns alle. Gleichzeitig sind die Terroristen der Hamas weiterhin aktiv, und die Geiseln – ob tot oder lebendig – sind noch immer nicht zurückgekehrt.

Viele von uns haben unterschiedliche Meinungen zum Vorgehen der israelischen Regierung unter Netanjahu. Diese Meinungsverschiedenheiten dürfen und sollen offen angesprochen werden. Wir sind keine Freunde der aktuellen Regierung Israels; Kritik ist berechtigt und angesichts der täglich übermittelten Bilder aus der Region mehr als verständlich.

Dennoch sollte man sich nicht zu leichtfertig eine Meinung bilden. Wir bleiben leidenschaftliche Optimisten: Wir sind überzeugt, dass eine friedliche und prosperierende Zukunft für den gesamten Nahen Osten möglich ist. Wir glauben an die klugen, wunderbaren Menschen, denen wir im Laufe unseres Lebens in Israel begegnet sind – an Visionäre und Unternehmerinnen sowie Unternehmer, die wir in den letzten Jahren begleiten durften.

Wir vertrauen auf die resiliente, kreative, vielfältige und einzigartige israelische Gesellschaft. Sie besitzt die Kraft, auch künftig positiv auf unsere gemeinsame Zukunft einzuwirken.

Natürlich leidet dennoch die wirtschaftliche Entwicklung, und einige unserer Partner durchlaufen derzeit schwierige Phasen. Dennoch gibt es auch hier viel Licht bei all dem Schatten. Wie gewohnt finden Sie im Anschluss einen aktuellen Überblick zum Marktgeschehen sowie eine Übersicht zum Status ausgewählter israelischer Partner von uns.

Was macht die Wirtschaft in Israel?

Nach dem jüngsten Bericht von Start Up Nation Central startet der israelische Technologiesektor mit großer Dynamik ins Jahr 2025. Das Investitionsvolumen im ersten Quartal erreichte knapp 3,2 Milliarden USD, was einem Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorquartal und 24 % im Vergleich zum ersten Quartal 2024 entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Normalisierung des Marktumfelds, wobei sich die Investitionsbeträge auf einem Niveau bewegen, das an das Jahr 2019 erinnert. Im internationalen Vergleich positioniert sich Israel damit an der Spitze. Während nur die USA eine ähnliche positive Entwicklung verzeichnen konnten, verzeichneten Europa (-4,7 % zum Vorquartal) und Asien (-32,5 % zum Vorquartal) teils deutliche Rückgänge.

Obwohl der Fokus der Investoren zunehmend auf reifere Unternehmen und Spätstadium-Finanzierung gerichtet ist, konnte Israel seine Marktposition als Tech-Hub festigen und bleibt ein äußerst attraktiver Investitionsstandort – auch im globalen Vergleich. Ein Blick auf die führenden Kernsektoren (1. Health Tech & Life Sciences, 2. Cybersecurity, 3. Business Software) zeigt, dass auch wir bei DIVE mit unseren Partnerunternehmen in vielversprechenden Segmenten aktiv sind.

Während das erste Quartal stark verlief, begann das zweite Quartal mit erheblichen Herausforderungen auf den globalen Kapitalmärkten, insbesondere durch die zunehmenden Handelsspannungen. Es bleibt interessant zu beobachten, wie sich der Markt weiterentwickelt.

 

Wie läuft es mit unserem Startup-Portfolio?

GeneYX

Bei unseren Genanalyse-Experten von GeneYX steht derzeit alles im Zeichen der künstlichen Intelligenz (AI), insbesondere in der Produktentwicklung. Der Fokus liegt in der Entwicklung und Integration neuer AI-Anwendungen, die alle identifizierten Geschäftsfelder – von der Analyse großer Datenmengen und komplexer Diagnostik bis hin zur Arzneimittelentwicklung – erheblich voranbringen werden.

Bereits heute verfügt GeneYX über Kunden in über 50 Ländern. Die Anzahl der analysierten Genproben hat die Marke von 500.000 deutlich überschritten. Für das Jahr 2025 ist die Sales-Pipeline gut gefüllt: Bis dato konnten bereits 12 neue Kunden gewonnen werden. Das Management rechnet für 2025 mit Umsätzen in Höhe von 4,5 Millionen USD, was einer Verdoppelung im Vergleich zu 2024 entspricht.

Trotz leicht erhöhter Kosten durch die Investitionen in AI-Technologien verfügt das Unternehmen derzeit über eine gesunde Cash-Runway von etwa 10 bis 11 Monaten. Aktuell plant GeneYX eine offizielle Series-A-Finanzierungsrunde, bei der zwischen 8 und 10 Millionen USD eingesammelt werden sollen.

Shield-IOT

Nach der strategischen Neuausrichtung ihrer Cybersecurity-Lösung auf Payment-Card- sowie M(V)NO-Provider konnte Shield-IOT in den vergangenen Monaten die Partnerschaft mit Mastercard deutlich ausbauen. Die Proof-of-Concept-Phase wurde erfolgreich abgeschlossen, und inzwischen wurde ein Re-Seller-Vertrag mit Mastercard unterzeichnet. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein für die Erschließung dieses neuen Marktsegments dar – und gleichzeitig ein zentrales Element zur Sicherung einer erforderlichen Brückenfinanzierung.

Springtide Ventures, ein tschechischer Venture Capital Investor, wird in diesem Zusammenhang als Lead-Investor auftreten und weitere 600.000 US-Dollar bereitstellen. Das entsprechende Term Sheet wurde bereits unterzeichnet. Auch DIVE erhält die Möglichkeit, sein Engagement in Shield IOT weiter auszubauen.

Enzymit

Auch von Enzymit gibt es positive Neuigkeiten zu vermelden. Das Unternehmen hat eine innovative Bioproduktionsmethode für künstliche Enzyme und Proteine entwickelt, die bis zu zehnmal energieeffizienter ist als herkömmliche Fermentationsverfahren und Produktionskosten um bis zu 70 % senken kann. Ziel ist der Aufbau einer Plattformtechnologie mit breiter Anwendbarkeit über verschiedene vertikale Marktsegmente hinweg.

Im ersten Schritt fokussiert sich Enzymit auf die Herstellung von synthetischer Hyaluronsäure (HA) für den Einsatz in kosmetischen und medizinischen Produkten. Derzeit wird die Produktion in einer Pilotanlage hochgefahren. Im Laufe des vierten Quartals soll eine ausreichende Menge an HA für die kommerzielle Nutzung bereitstehen. Dieser Meilenstein würde nicht nur den technologischen Ansatz erstmals praktisch bestätigen („Proof of Concept“), sondern zugleich den Eintritt in einen besonders lukrativen Markt markieren.

Darüber hinaus könnte der erfolgreiche Markteintritt die Entwicklung weiterer Produktlinien und Anwendungen – etwa im Bereich der künstlichen Ethanolproduktion – deutlich beschleunigen.

FlexiWan

Die Lage bei unserem Portfoliounternehmen FlexiWan hat sich aufgrund der aktuellen Entwicklungen im SD-WAN-Markt weiter verschärft. Selbst kleinere und mittelgroße Unternehmen, die bisher als Zielgruppe galten, wenden sich zunehmend etablierten Anbietern wie Cisco zu – auch im Bereich der WLAN-Steuerungslösungen.

Vor diesem Hintergrund hatte sich FlexiWan bereits Mitte letzten Jahres strategisch auf eine mögliche M&A-Transaktion vorbereitet (wir berichteten). Leider informierte uns der CEO dieser Tage, dass die Gespräche mit einem potenziellen Übernahmepartner, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befanden, gescheitert sind. Die Vorstellungen beider Seiten lagen in Bezug auf Preis und Transaktionsstruktur zu weit auseinander.

Die angespannte Liquiditätssituation beeinträchtigt aktuell die Verhandlungsposition erheblich. Das Management arbeitet intensiv daran, alternative Optionen zu prüfen – dazu zählen sowohl die Ansprache neuer potenzieller Käufer als auch ein paralleler Fundraising-Prozess inklusive einer strategischen Neupositionierung der Produktpalette.

Mit einem verbleibenden finanziellen Runway von lediglich zwei Monaten ist der Handlungsspielraum jedoch begrenzt. So sehr wir auch weiterhin auf eine positive Wendung hoffen, muss realistischerweise mit dem möglichen Scheitern des Prozesses gerechnet werden.

 

Polymertal

Beginnen wir mit dem Positiven: Die Auftragslage bei Polymertal ist sehr gut, und auch die Umsätze entwickeln sich erfreulich. Sollte es gelingen, die aktuellen logistischen und finanziellen Herausforderungen in den kommenden Monaten zu lösen, steht einer vielversprechenden Unternehmensentwicklung wenig im Wege.

Der anhaltende Boom in der Rüstungsindustrie führt zu einer starken Nachfrage nach den exklusiven Lösungen von Polymertal im Bereich hybrider Industriematerialien – derzeit arbeitet das Unternehmen an der Grenze seiner Kapazitäten. Die Produktionsmenge könnte jedoch deutlich erhöht werden, wenn der längst geplante Umzug in eine größere Fertigungsstätte endlich umgesetzt würde.

Dieser Umzug ist jedoch weiterhin nicht final finanziert. Ein mexikanischer Investor hatte zwar schriftlich eine Investition in Höhe von 10 Mio. USD zugesagt, lässt jedoch seit nunmehr fast drei Monaten auf sich warten. Die übrigen Investoren haben bereits versucht, die dadurch entstandene Finanzierungslücke kurzfristig zu überbrücken – bislang jedoch ohne vollständigen Erfolg.

Trotz dieser Herausforderungen bleiben wir in Bezug auf Polymertal optimistisch und sind überzeugt, dass die bestehenden Hürden in absehbarer Zeit überwunden werden können.

Liposphere

Bei Liposphere befindet sich die neue Finanzierungsrunde in der finalen Phase. Rund 10 Mio. USD sollen bei einer Unternehmensbewertung von 126 Mio. USD eingesammelt werden. Die Stimmung im Team ist ausgesprochen positiv – insbesondere aufgrund der kürzlich erfolgreich abgeschlossenen klinischen Tests, die intern für große Zuversicht sorgen.

Die Veröffentlichung der Testergebnisse ist gemeinsam mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde geplant. Bis dahin bleiben wir optimistisch und drücken weiterhin fest die Daumen.

ZutaCore

Diese Firma gehört nach wie vor zu unseren Leuchtturmprojekten.

Das Wachstum von KI-Workloads bringt Rechenzentren an ihre Grenzen. Herkömmliche Kühlmethoden sind für diese Wärmeentwicklung nicht ausgelegt – und wassergekühlte Lösungen bergen ihre eigenen Risiken.

Die Lösung von ZutaCore, ein nachhaltiger, hochleistungsfähiger Kühlungsansatz, der mit extremer Hitze umgehen kann, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen, ermöglicht es Entwicklern und Betreibern von Rechenzentren, die Infrastruktur zu erweitern, ohne die Umweltbelastung zu erhöhen.

Das patentierte wasserlose Zweiphasen-Flüssigkeitskühlsystem HyperCool vermeidet Wasserverschwendung, senkt den Energieverbrauch um bis zu 80 % und unterstützt Kreislaufenergiestrategien mit vollständiger Wärmerückgewinnung. Da immer mehr Regierungen, Partner und Investoren den ESG-Ergebnissen Priorität einräumen, bietet HyperCool einen zukunftsfähigen Ansatz für die Infrastrukturgestaltung.

NewPhotonics

Unsere aktuelle Nr.1 ist der Chip – Entwickler für photonische Halbleiter, New Photonics.

Die Finanzierungsrunde A wurde bei einer Bewertung von 500M erfolgreich abgeschlossen. Bis Ende Mai sollten über 30M$ eingesammelt sein. Die endgültige Zahl kennen wir noch nicht. Das eingesammelte Geld sollte nun für mindestens drei Jahre ausreichen. Neue Investoren sind dem Unternehmen beigetreten, darunter u.a. LionTree VC aus New York und das Jerusalem College of Technology.

Der allererste Auftragsbestand an Chipbestellungen für 2025 liegt bereits bei 6-10 Mio. $.

Die Mittel aus der A-Runde sollen u.a. für die Vorbereitung auf die Einführung in den Massenmarkt im Jahr 2026 dienen.

Außerdem setzt NewPhotonics die strategische Zusammenarbeit mit SoftBank fort, die ihre Technologie als Basis für ihre Rechenzentrumsinfrastruktur der nächsten Generation nutzen will.

Soweit für dieses Mal. Bei Fragen oder wenn Sie Interesse haben, zu dem ein oder anderen Thema mehr zu erfahren, melden Sie sich gerne jederzeit bei uns.

 

Bis dahin bleiben wir weiter positiv. Bleiben Sie es auch.

Ihr DIVEdigital Team

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